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Der Felsenkeller
Das Reister Bier
Die Geschichte des Reister Bieres ist weitgehend unbekannt, obwohl zum Ende des 19. Jahrhundert viel davon in der hiesigen Umgebung getrunken wurde. Bis nach Oberkirchen sollen die Pferdewagen mit dem Reister Gerstensaft gerollt sein. Heute zeugt nur noch der Felsenkeller von der damaligen Ära.
Wie kam es dazu?
Auf dem Bauernhof Kenter-Schulte in Reiste wurde am 31. Juli 1834 Friedrich Kenter als jüngster von fünf Kindern geboren. Auf seiner Wanderschaft erlernte er in verschiedenen Brauereien die Kunst des Bierbrauens. Als er mit 23 Jahren heimkehrte, begeisterte er seinen Vater Adam Kenter zur Gründung einer eigenen Brauerei. Das Wirtschaftsgebäude wurde teilweise umgebaut, damit der Braukessel, der Maischbottig, der Zapfbottig und der Malzdarrofen Platz fanden.
Man schrieb das Jahr 1857, als das erste Mal der Hopfen an Hecken und Feldrainen geerntet und selbst gewelckt wurde, dass heisst getrocknet wurde. Das Wasser zum Brauen wurde durch eine eigens angelegte Wasserleitung vom Südhang des Büemker Berges, dem Rainspring, direkt in die neue Brauerei geleitet. Heute erinnert noch der Straßenname "Am Reinspring" an die Quelle. Am 23. September 1875 beendete ein Brand in der Malzdarre der Brauerei die Ära der Reister Bierherstellung.

Der Felsenkeller
Da die Kühlmöglichkeiten schnell erschöpft waren, begann man etwa 150 Meter vom Hof entfernt, einen Stollen in den Fels zu graben. Dieser Stollen wurden von nun an Felsenkeller genannt. In dem kleineren Seitenstollen wurde im Winter Eis eingelagert, welches aus dem gegenüberliegenden Bach, der "Reismecke" geschnitten wurde. So konnte das Bier über mehere Monate kühl gelagert werden. Seit dem Ende der Brauerei wurde der Felsenkeller nicht mehr genutzt. Im zweiten Weltkrieg diente er als Luftschutzbunker und wird seitdem vereinzelt von Fledermäusen als Winterquartier benutzt.
Im Jahre 1991 wurden Erhaltungsmaßnahmen vom Verkehrsverein Reiste am Felsenkeller vorgenommen. Trotz Pflege nagte im Laufe der Jahre der Zahn der Zeit an dem alten Gewölbe. Steine brachen heraus und die Sicherheit beim Betreten konnte nicht mehr gewährleistet werden, so dass der Stollen für Besucher geschlossen werden musste.
Daher entschloss sich die SGV-Abteilung Reiste e.V. im Jahre 2009 den Felsenkeller zu sanieren und wieder für Besucher begehbar zu machen.
Es wurden Fördermittel aus dem EU-Leaderprogramm beantragt. Als diese Zuschüsse bewilligt waren, wurden aus den gesammelten Ideen detaillierte Planungen, welche schließlich mit Hilfe der örtlichen Unternehmer und Handwerker und viel Eigenleistung umgesetzt werden konnten.
Der Feldweg zum Felsenkeller musste drainiert und neu geschottert werden und der Vorplatz wurde freigeschnitten, geebnet und befestigt. Aus versicherungstechnischen Gründen waren im inneren des Felsenkellers spezielle statische Bergwerkgutachten erforderlich. Diese machten es notwendig, den gesamten Eingangsbereich neu zu befestigen und im Inneren ein Teil des Gewölbes abzustützen. Es wurde zudem eine neue Stromverteilung und Beleuchtung installiert.
Auf dem Vorplatz ist eine Schutzhütte errichtet worden, und Sitzbänke mit Tischen stehen zur Verfügung welche die Wanderer rund um Reiste zur Rast einladen sollen. Das Gelände dient seitdem als offizieller Rastplatz für den nur etwa 200m entfernten "Sauerland-Höhenflug".